Nebeneinkommen durch Online-Trading: Lohnt es sich?

Geschrieben von mevaleo am 26.11.2018 um 08:48 Uhr

Ob zur Altersvorsorge, für schnelle Gewinne oder als mittelfristige Sparanlage: Aktien bieten für jedes Investorenprofil die passende Option. Der gesetzliche Rahmen will allerdings auch hierbei beachtet werden.

Wichtig: Steuern nicht vergessen

Die führenden Aktien-Indices, darunter auch der Schweizer SMI, haben starke Jahre hinter sich und dieser Verlauf hat dazu geführt, dass das Interesse an Aktien in der Bevölkerung gestiegen ist. Mehr noch, zeigt der Blick auf das heutige Online Trading, dass moderne Software sämtliche Anlageklassen wie CFDs, Devisen, Knock-Out-Optionen oder Turbo-Zertifikate berücksichtigt und auf den heimischen Bildschirm bringt. Aus technischer Sicht sind Nebeneinkünfte durch Aktien damit näher denn je – doch auch hier ist finanzielle Ordnung extrem wichtig.

Nebeneinkommen generieren durch Trading?Denn sollten Gewinne erwirtschaftet werden, kommt möglicherweise das Finanzamt ins Spiel. Denn die Behörden schlafen nicht. Ein Beispiel dafür liefert Deutschland, wo vor nicht einmal zehn Jahren eine tiefschürfende Änderung durchgesetzt wurde: Die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent fällt seitdem auf alle Aktiengewinne an, Ausnahmen gibt es nicht. Weitere Aufschläge wie der Solidaritätszuschlag und eventuell noch die Kirchensteuer (die je nach Bundesland variiert) erhöhen die Steuerlast weiter, der Gesamtsatz beträgt somit bis zu 28 Prozent.

Steuerfreie Gewinne nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr gibt es leider nicht mehr. Diese Änderung betrifft alle Aktien, die ab dem 1. Januar 2009 gekauft wurden. In der Schweiz sieht es dagegen verhältnismässig unkompliziert aus: Aktiengewinne sind steuerfrei, falls der Anleger nicht als professionell klassifiziert ist und sich die Wertpapiere in Privatbesitz befinden. Dies ist bei den meisten Privatanlegern der Fall. Dennoch ist es ratsam, sich mit Fachbegriffen wie den Stempelabgaben zu befassen, um formell keinen Fehler zu machen.

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Anleger müssen diese Faktoren bei der Berechnung und Bewertung der Rendite berücksichtigen, da der effektive Gewinn davon beeinflusst werden kann. Eine Ausnahme sind übrigens Kryptowährungen: Diese fallen selbst im eher streng regulierten Deutschland nicht in dieselbe Anlageklasse wie etwa Aktien, da sie sehr spezielle Charakteristika aufweisen. Es handelt sich nicht um verbriefte Unternehmensanteile, auch als Währung wie der Euro oder der US-Dollar zählen sie nicht.

Verkäufe von Bitcoin und Co. mit Gewinn gelten deswegen als private Veräusserungsgeschäfte und sind steuerfrei, falls das Investment mindestens ein Jahr gehalten wurde. Dafür sind Gewinne dort generell umso schwerer planbar, wie die ständigen Berg- und Talfahrten des gesamten Markts zeigen. Für Zusatzeinkünfte mit relativer Sicherheit eignen sich Aktien deutlich besser, selbst eine mögliche Besteuerung je nach Wohnsitz ändert nichts daran.

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